Flagge zeigen für den Glauben

35 junge Christinnen und Christen empfingen das Sakrament der Firmung in Tiefenbach

Am Samstag, den 20. Juni 2026, spendete Dompropst Dr. Michael Bär 35 Firmlingen aus dem Pfarrverband Tiefenbach das Sakrament der Firmung. Der feierliche Firmgottesdienst stand unter dem Motto „Flagge zeigen“ – ein Thema, das nicht nur im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft von Bedeutung ist, wie im Verlauf des Gottesdienstes mehrfach deutlich wurde. Der Chor Mosaik sorgte für eine schwungvolle und würdige musikalische Gestaltung. 

Die Jugendlichen aus den Pfarreien Tiefenbach, Haselbach, Ruderting und Kirchberg vorm Wald hatten sich seit November letzten Jahres auf diesen Tag vorbereitet. Unter dem diesjährigen Firm-Motto des Bonifatiuswerks „BaustelleLeben“ fanden verschiedene Veranstaltungen statt, bei denen sich die Firmbewerberinnen und Firmbewerber mit ihrem eigenen Leben, ihren Träumen und Plänen sowie Themen des Glaubens auseinandersetzten. Ein Nachmittag der Firmvorbereitung wurde genutzt, um individuelle Glaskreuze zu gestalten, die die Firmlinge als Andenken von den Pfarreien erhielten. Diese vielfältig und kunstvoll gestalteten Kreuze wurden im Firmgottesdienst von Firmspender Dr. Bär gesegnet. 

Zu Beginn des Gottesdienstes luden einige Firmlinge anhand verschiedenfarbiger Flaggen zum Nachdenken darüber ein, wofür man im Alltag steht und warum es oft schwerfällt tatsächlich Flagge zu zeigen, besonders für den Glauben. Dr. Bär ging in seiner Predigt auf verschiedene Flaggen und die damit verbundenen Herausforderungen für und Erwartungen an die jungen Christinnen und Christen ein: die weiß-blaue Bayern-Fahne als Zeichen der Heimatverbundenheit, die Regenbogenflagge als Symbol der Vielfalt, aber auch als Gegenstand und Sinnbild von Kontroversen, die es nicht immer leicht machen, den eigenen Weg zu finden und für die eigene Meinung zu stehen. Ebenso wurde die gelb-weiße Flagge des Vatikan bzw. der Kirche thematisiert, in Zusammenhang mit der Hoffnung, dass die Gefirmten als nunmehr „erwachsene“ Christinnen und Christen auch in der Kirche Verantwortung übernehmen mögen. Und schließlich kam die Rede auf die rote Fahne des Heiligen Geistes, den die Jugendlichen im Sakrament der Firmung in besonderer Weise empfangen: Der Heilige Geist kümmere sich weder um geografische Grenzen noch um Landebahnen, er wehe wo er wolle und bringe Einheit und Frieden. Dann gebe es nicht mehr Sieger und Verlierer, sondern eine Gemeinschaft aller, egal unter welcher Flagge, so der Firmspender mit Bezug auch auf das aktuelle Beispiel einiger deutschen Nationalspieler, die beim ersten WM-Spiel mit ihren Gegnern gebetet hatten. Zum Schluss der Predigt stand die Zusage: Mit dem Heiligen Geist werdet ihr gewinnen. Ein gelungenes, erfülltes Leben und letztendlich das ewige Leben. 

Die Firmlinge übernahmen auch die Gestaltung der Fürbitten sowie den Dank an den Firmspender, dem sie verschiedene Lektüre über die Kirchen und Kapellen des Pfarrverbandes überreichten. Zudem beteiligten sie sich mit ihrer Spende an den Aktionen und Programmen des Bonifatiuswerks.

Im Anschluss bot sich beim vom Pfarreiausschuss Tiefenbach vorbereiteten Sektempfang die Gelegenheit, miteinander und mit dem Firmspender ins Gespräch zu kommen.       

(Anna Wagner)