Ergebnislose Wahl in der Hauptversammlung

Die Befürchtungen vor der Jahreshauptversammlung des Frauenbundes Ruderting waren groß: Wird es eine neue Vorstandschaft gegeben, die für zwei oder vier Jahre die Geschäfte führt und die zahlreichen Veranstaltungen managt?
Gertraud von der Sitt, Vorsitzende seit 6 Jahren, begrüßte die über 50 Mitglieder des Frauenbundes, den geistlichen Beirat Pfarrvikar Jobi Jose und 2. Bürgermeister Hans Streifinger. Auch die beiden Ehrenvorsitzenden Mariele Prokop und Irma Bobula wurden willkommen geheißen.
Nach sechs Jahren als Vorsitzende erklärte Gertraud v. d. Sitt, sie stelle ihr Amt zur Verfügung. Sie habe viele gute Erfahrungen gewonnen, aber auch harte Zeiten erlebt, nachdem vor zwei Jahren die damalige Vorstandschaft für ein Weitermachen nicht zu gewinnen war. Sie dankte ihrem jetzigen Führungsteam, das vor zwei Jahren eingesprungen war, für die große Unterstützung, die sie erfahren habe.
Es habe sich aber schon im letzten Jahr abgezeichnet, dass die Wahl einer neuen Führungsriege problematisch werden würde.
Nachdem die Schriftführerin Susanne Dötschel den Tätigkeitsbericht des vergangenen Jahres vorgelegt hatte, waren alle beeindruckt, wie viel der Frauenbund Ruderting durch sein gesellschaftliches und soziales Engagement in Ruderting bewegt hat. Vor allem die im Kirchenjahr verankerten Feste wie Kirchweih, Adventsmarkt, Weltgebetstag, Fastenessen, Ostern, Tag der Diakonie, Teilnahme an der Dekanatsmaidandacht und nicht zuletzt die stimmungsvolle Maiandacht auf dem Färberhof ließ sie Revue passieren. Der Kassenbericht, den Schatzmeisterin Christa Schneider vorlegte, beeindruckte durch die Höhe der Einnahmen und der im Anschluss geleisteten Spenden. So wurden insgesamt über 6000 € an gemeinnützige Organisationen gespendet, u.a. für Kerala in Indien, für die Ministranten, für die Seniorenhilfe Lichtblick, die Rudertinger Nachbarschaftshilfe, das Kinderheim Büchlberg und die Palliativstation Passau, um nur einige zu nennen.
Die Kassenprüferinnen Johanna Pinkert und Elfriede Praml bestätigten eine vorbildliche, übersichtliche Kontenführung und die Kassiererin wurde einstimmig entlastet.
Dann las die Vorsitzende einen Brief von Markus Krell, Pfarrer im Pfarrverband, vor. Er war dienstlich verhindert und fungiert auch nicht als geistlicher Beirat in Ruderting. Er empfahl der Vorsitzenden, nicht um jeden Preis eine neue Vorstandschaft zu präsentieren, sondern auch die Kraft zu haben, die Leitung ruhen zu lassen, wenn keine jüngeren Nachfolgerinnen in Sicht seien.
Im Anschuss daran wurden die Auszeichnungen übergeben: Katharina Heininger und Maria Färber wurden für 40 Jahre Mitgliedschaft, Gertraud v. d. Sitt, Brigitte Zirbel und Berta Seidl für 20 Jahre gedankt.
Besonders geehrt wurde Gabi Zimmermann, die seit 14 Jahren in der Vorstandschaft tätig und eine beständige Stütze des Rudertinger Frauenbunds war. Gertrud v. d. Sitt überreichte ihren Vorstandkolleginnen etwas wehmütig ein Glas Honig zum Abschied: „Er soll euch die Zeit ohne Frauenbund versüßen“.
Johann Streifinger, 2. Bürgermeister, dankte in seinem Grußwort zunächst den Frauen für die in den letzten Jahren geleistete Arbeit, betonte aber dann: „Ruderting ohne Frauenbund wird ärmer.“ Er wünsche sich nach einer Phase des Nachdenkens den Erfolg, dass der Frauenbund nach 48 Jahren seiner Gründung doch weitergeführt werde. Jobi Jose, geistlicher Beirat des Frauenbunds, appellierte an die anwesenden Frauen, Mut zum Menschsein zu haben und Ja zu sagen zu den Möglichkeiten, die neue Weichenstellungen im Leben bieten. Er nam seine Worte von Weihnachtsfeier nochmals auf und sagte: “Ihr seid das Licht. Lasst es weiter brennen!“
Die Wahlleitung übernahm Margarete Schmid von Dekanat Nord Passau, Hauzenberg. Sie ermutigte Frauen, Verantwortung zu übernehmen: „Die ehrenamtliche Arbeit kostet Kraft, gibt aber auch viel zurück“. Sie erwähnte dabei, dass Büchlberg seit drei Jahren keinen Frauenbund mehr besitzt. Als Margarete Schmid die ergebnislose Wahl durchgeführt hatte, erklärte sie, wie die Folgezeit in Ruderting ohne Frauenbund aussehen wird. Die Vorstandschaft ist nur kommissarisch im Amt, es gibt keine Veranstaltungen mehr, die bisher vom Frauenbund selbstverständlich durchgeführt wurden, zum Beispiel auch die Begleitung auf Beerdigungen und der Nachruf am Grab. Gratulationen an die Mitglieder entfallen künftig.
Nach 6 Monaten gibt es dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Wenn sich dann, trotz Bemühungen der kirchlichen Vertreter und der kommissarischen Vorstandschaft, kein neuer Vorstand findet, ruht der Verein oder wird aufgelöst. Das war das ernüchternde Ergebnis dieser Jahreshauptversammlung.
G. Brunnbauer

  • Die Vorstandschaft verabschiedet sich: v.l. Schatzmeisterin Christa Schneider, Beirätinnen Veronika Schirrotzki und Maria Färber, Beirätin Gabi Zimmermann, Schriftführerin Susanne Dötschel, Beirätin Uschi Siebert und Vorsitzende Gertraud v. d. Sitt

  • Geistlicher Beirat Pfarrvikar Jobi Jose dankt Maria Färber und Katharina Heininger für 40 Jahre und Gertraud v. der Sitt ( Mitte) für 20 Jahre Zugehörigkeit zum Rudertinger Frauenbund.